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TÜFF-Prüfung
Hallo liebe Geburtstagskinder, liebe Gäste,
wir wissen zwar nicht, was uns noch erwartet, aber ohne
Zweifel kommen wir jetzt zu einer etwas unangenehmen Sache.
Ihr erkennt sicher an unserer Aufmachung, dass wir
nicht zum Spaß hier sind - ganz im Gegenteil: uns hat der Gesetzgeber
hergetrieben!
Ihr werdet uns nicht alle kennen, deshalb wollen wir
uns kurz vorstellen:
Thorsten Kolbenfresser
Holger Motorreiniger
und ich bin Holger Pingelig.
Möglicherweise habt ihr es bereits erraten: Richtig
wir sind vom „Technischen Überwachungsverein für Festgäste",
kurz TÜFF genannt, und zur Zeit als Spätschicht im Außendienst tätig.
Wenn gestresste Autofahrer es nicht für nötig halten,
trotz mehrmaliger Aufforderung zur gesetzlich vorgeschriebenen
Hauptuntersuchung vorzufahren, dann suchen wir sie halt persönlich auf!
Uns so sind wir heute in die Werkstatthalle der Gebrüder Meyer
aufgetaucht.
Wenn wir so in die Runde gucken, dann sehen wir da
schon einige Fahrzeugmodelle: vom schnittigen Sportflitzer über den
soliden Volkswagen bis zur gepflegten Luxuslimousine.
Ja, welche Fahrzeuge sollen denn nun heute überhaupt
geprüft werden?
Ah, hier steht's: Die drei Oldtimer mit Namen Dieter,
Micky und Bodo mit den amtlichen Kennzeichen DIE-TER 61, MIC-KY 61 und
BO-DO 61.
Wo sind diese Vehikel? Schiebt sie doch mal etwas näher
ran!
AHA!!! Wo sind denn die Nummernschilder? Allein das wäre
eigentlich schon ein Grund, dass man sie aus dem Verkehr ziehen könnte!
Aber wir Beamte im Außendienst denken ja mit und sind
auf fast alles vorbereitet. Und so haben wir - rein zufällig natürlich -
drei Nummernschilder dabei. Die montieren wir nun mal kurz, da sparen wir
Arbeit und müssen nichts in den Prüfungsbericht schreiben.
So, jetzt kommen wir zu den Fahrzeugtypen:
Es handelt sich, wie unschwer zu erkennen ist, um drei
Modelle Baujahr 1961, also Nachkriegsmodelle. In Produktion gegangen sind
sie allerdings schon neun Monate früher - aber da die Fahrzeuge damals
noch mit viel Liebe gemacht wurden, dauerte es bis zum 15., 27. und 28.
September 1961, bis sie zugelassen wurden.
Es sind auch keine Serienprodukte, sondern Unikate. Die
Fabrikationsstätten befanden sich damals in Rodenkirchen.
Die Fahrzeuge sind der Marke „Trinkfest de Luxe"
zuzuordnen.
Über den Kaufpreis finden wir nichts in unseren
Unterlagen. Aber auch wenn es so scheint, waren sie sicherlich nicht ganz
billig, denn sie zeugten von guter Qualität und sollten ja schließlich
eine Anschaffung fürs Leben sein.
Nicht zu vergessen, dass sie nicht nur zum Vergnügen
gefahren wurden, sondern intensiv im Einsatz waren - wie beispielsweise im
ortsansässigen Fußballverein. Dort erkannte man, wie vielseitig diese
Fahrzeuge eingesetzt werden konnten und vertraute lange Jahre auf sie.
Auch heute noch kommen sie teilweise unter härtesten Bedingungen zum
Einsatz.
Soviel zum Fahrzeugtyp.
Kommen wir zur Hauptuntersuchung:
Wenn wir uns diese Modelle mal genauer anschauen, so
sieht man, dass der optische Eindruck aufgrund der langen Laufzeit doch
schon etwas gelitten hat. Erscheinen sie uns aus größerer Entfernung
noch einwandfrei, sieht man bei näherer Betrachtung doch einige Kratzer
im Lack. Hier und da sind manchmal auch Beulen zu finden - besonders bei
dem Modell Dieter.
Trotzdem kann man bei allen dreien behaupten, dass es
sich um sportliche Modelle handelt.
Unser Urteil: Nach langem Nachdenken kommen wir doch zu
dem Schluss, dass alle drei Modelle als zuverlässig und solide bezeichnet
werden können, auch wenn das Modell Bodo manchmal angeschoben werden
muss, damit es auf Touren kommt.
Was den Rahmen angeht, so sind hier und da einige
Materialermüdungserscheinungen festzustellen, die sich aber weitestgehend
in Grenzen halten.
So, jetzt noch eine kurze Stoßdämpferprüfung! Hier
sind durch die extreme Beanspruchung gewisse Abnutzungserscheinungen
festzustellen. Auf holprigen Wegen durchs Gelände kutschieren und Neuland
erkunden wird nicht mehr empfohlen.
Im Verbrauch liegen sie - wie alle Oldtimer - deutlich
über der DIN-Norm. Erstaunlicherweise ist der Verbrauch in Ruhephasen
wesentlich höher als im fließenden Straßenverkehr.
So steht es aber auch in der Fahrzeugbeschreibung:
Vielstoffmotor oder Allesschlucker.
Zu den Motoren: Sie laufen rund - keine Beanstandungen.
Betrachten wir nun die Fahrzeuge von der Rückseite:
Auch die Auspufftöpfe geben keinerlei Anlass zu
Beanstandungen, sie funktionieren offensichtlich noch prächtig. Aber wie
es bei Oldtimern leider nicht anders zu erwarten ist, ist doch hin und
wieder mit extremen Geruchsbelästigungen, begleitet von unschönen Geräuschen
zu rechnen.
Dennoch sind wir der Meinung, dass wir ihnen die
ASU-Plakette nicht verweigern können. Bei älteren Modellen ist schließlich
immer damit zu rechnen, dass sie knatternd und stinkend vor einem
stehen...
Kommen wir nun zum Abschlussbefund;
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass es sich
bei diesen Oldtimern um gepflegte Garagenfahrzeuge handelt. Aufgrund des
fortgeschrittenen Alters sind zwar ein paar kleine Mängel vorhanden, die
allerdings nicht so gravierend sind, dass man ihnen die weitere Teilnahme
am Verkehr verweigern könnte. Es freut uns euch deshalb die TÜFF-Plakette
für die nächsten 10 Jahre anbringen zu dürfen.
Der nächste Vorführtermin ist dann im September 2011,
der selbstverständlich persönlich wahrzunehmen ist.
Also entschuldigt bitte nochmals, dass wir wegen der Prüfung
hier so reingeplatzt sind - aber ohne TÜFF-Abnahme hätte die Polizei
diese drei Vehikel bereits morgen aus dem Verkehr gezogen, was sicherlich
äußerst bedauerlich gewesen wäre.
In diesem Sinne wünscht euch der Skat- und Tippclub
„Die Maurer" noch einen schönen Abend und auch weiterhin viel
Vergnügen mit diesen Oldtimern.
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